Sonntag, 21. August 2016

21.8.2016 Kaliningrad-Besichtigung und Bernsteinbergwerk

Das Hotel Radisson Blue, in dem wir wohnen liegt in unmittelbarer Nähe des Hanse- oder heute Siegesplatzes mit der neuen orthodoxen Erlöserkirche, die 2005 zur 750 Jahrfeier Königsbergs eingeweiht wurde. 


Auf dem Platz finden sich auch das Rathaus, die Siegesäule, der Nordbahnhof aus 1930 sowie ein beachtenswerter Jugendstil Backsteinbau mit Neurenaissance-Zügen aus 1914


Wir kommen in das Viertel "An den Hufen" mit dem früheren Amtsgericht bzw. der heutigen Technischen Universität mit einem Stierdenkmal aus dem Jahr 1911 davor

Wir fahren durch die Grüne Perle der Stadt, die Amalienau, ein Villenviertel mit schönen Häusern in grünen Gärten, vorbei am Ratshofviertel zur ältesten Kirche der Stadt, der Judither-Kirche aus der Ritterzeit (1286), mit unterschiedlichen - auch romanischen - Elementen. Sie war zuerst katholisch, dann lutherisch und ist schließlich russisch-orthodox - sie ist übrigens die einzige orthodoxe Kirche mit einem gotischen Altar.

Über das Ratshofviertel, der ersten Gartenstadt, vorbei am heute schwach frequentierten Königsberger Hafen und der doppelgeschößigen Reichsbahnbrücke kommen wir in die Ende August 1944 stark bombardierte Altstadt und besuchen Kneiphof, die Insel auf der Pregelinsel mit dem Dom.
Kneiphof auf der Pregelinsel erhielt 1327 die Stadtrechte und blieb eigenständig bis 1724, als die drei Städte Altstadt, Löbenicht und Kneiphof zusammengeschlossen wurden. Ganz am Anfang hieß die Insel Werder oder Vogtswerder, wurde aber schon in der Gründungsurkunde als „knipab“ bezeichnet, womit man möglicherweise meinte, das die Stadt von den beiden Pregelarmen abgekniffen wurde. Wir besichtigen das Kant Grabmal am Dom, in dem Kant begraben liegt.

Der gotische Dom wurde in drei Etappen von 1325 bis 1382 gebaut. Der rechte Turm ist einmal abgebrannt und wurde bei der Erneuerung mit einer Uhr versehen. Ältester Teil ist der Chor.
1523 ging vom Königsberger Dom die Reformation Ostpreußens aus - der von Martin Luther nach Königsberg gesandte Reformator Johannes Briesmann hielt – noch in Franziskanerkutte – am 27. September auf dem Kneiphof die erste evangelische Predigt. 1560 wurde der Dom offizielle Universitätskirche der unmittelbar nebenan gelegenen ,,Albertus-Universität"
Beim Angriff am 26. bis 30. August 1944 durch britische Kampfbomber wurde der Dom nicht direkt getroffen, jedoch durch brennende Gebäude ringsum in Brand gesteckt und brannte ungehemmt aus. 
Erstmals zum 250. Geburtstag Kants 1974 begann man halbherzig, die Ruine zu entrümpeln.1990 beschloss der Stadtrat den WiederaufbauDer Dom hat sich in seiner 600jährigen Geschichte durch sein Gewicht um 1,67 m gesenkt. Bei der jetzigen Restaurierung wählte man deshalb eine leichtere Stahlkonstruktion für den Dachaufbau. Am 24. 10. 1998 feierte man die Wiederherstellung des Daches mit einer feierlichen Aufführung des „Requiem“ von Mozart. Im Dom sollen zukünftig kulturelle Veranstaltungen stattfinden wie Konzerte u. ä. sowie ökumenische Gottesdienste. 
Im Dom befindet sich heute ein Museum für den berühmtesten Königsberger Immanuel Kant

Der berühmteste Königsberger: Immanuel Kant wurde geboren am 22. April 1724 im Haus Vordere Vorstadt 22 als viertes von 9 Kindern des in ärmlichen Verhältnissen lebenden Riemermeisters Johann Georg Kant, der von Memel nach Königsberg umgezogen war. Die Eltern Kants waren Pietisten, weshalb der Sohn das pietistische Friedrichskollegium besuchte. Ziemlich sicher ist die Abstammung von den Kuren. Die Vorfahren der Mutter Anna Regina kamen aus der Gegend von Nürnberg und von Tübingen.
Königsberg hatte einen starken militärischen Schützgürtel: Hier das Königstor 


Vor der Mittagspause besuchen wir noch das Bernsteinmuseum:


und nachmittags geht es in das Bernsteinbergwerk nach Palmnicken (bis1946), heute Jantarny 
Zur Verjüngungskur setzen wir uns noch in die Bernsteinpyramide
   
                     
So verjüngt besuchen wir noch den Ostseestrand
   
Schließlich gedenken wir noch der Holocaustopfer von Königsberg

Am Ostseestrand erinnert das Holocaustdenkmal Palmnicken an die mindestens 3.000 Juden, die am 31.Jänner 1945 am Ostseestrand von der deutschen SS erschossen oder ins Meer getrieben wurden.






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