Heute geht's hinaus in die Vor-Vilnius-Zeit zuerst nach Kernavė (deutsch, Kernau), die älteste bekannte Hauptstadt Litauens, sie liegt nordwestlich von Vilnius. Im 13. Jahrhundert war Kernavė eine feudale Stadt mit fünf Wehrburgen. Heute sind von den vorgeschichtlichen Burgen nur noch Hügel übrig. Die so genannten Schüttberge wurden erstmals im Jahre 1279 in der Livländischen Chronik erwähnt.
Unsere Baltikumreise wurde von Peter Mallat organisiert. Unter seiner Reiseleitung besuchen wir in Litauen Vilnius, Trakai und Kernave, über Kaunas fahren wir in die westlichste Oblast Russlands, Kaliningrad, über die Kurische Nehrung zurück nach Litauen, über Nida und Klaipeda, nach Riga der Hauptstadt Lettlands, nach Jurmala und über Sigulda und Cesis nach Estland, wo es über Pärnu nach Tallinn und den National Park von Lahemaa.
Freitag, 19. August 2016
19.8.2016: Ausflüge nach Kernave und Trakai
Der größte, der "Thron des Mindaugas", soll Sitz eines sagenumwobenen Königs Mindaugas gewesen sein. Auf dem "Opferberg" sollen in vorchristlicher Zeit Opferzeremonien abgehalten worden sein. Die Balten wurden erst im 13. Jahrhundert gewaltsam bekehrt.
Es wohnen nur noch etwas mehr als 300 Personen im nahen dörflichen Städtchen, Sitz des gleichnamigen Amtsbezirks der Rajongemeinde Širvintos.
Mit einer neugotischen Kirche
Mit Trakai steht heute noch die nächste Hauptstadt Litauens auf dem Programm:
Trakai war vor Vilnius großfürstliche Residenz (1316 bis 1323 - davor Kernave) und ist das Wahrzeichen des Landes. In der Umgebung gibt es 200 Seen. Der Ort ist berühmt für seine alte Wasserburg Trakai auf einer Insel auf dem Galvesee. Mit seinen 21 Inseln ist er mit 46,7 m der tiefste See der Region. Seine Fläche beträgt 3,88 km².
Die gotische Wasserburg (14. Jh.) aus Backstein mit roten massiven Wachtürmen ist ein Symbol der erfolgreichen Kämpfe gegen die Kreuzritter des Deutschen Ordens. Im Krieg gegen Russland 1655 wurde sie zerstört. Die heutige Burg ist das Ergebnis der Restaurationsarbeiten, die in den 50er Jahren begannen und 1991 abgeschlossen waren.
Als Gediminas die Hauptstadt nach Vilnius verlegte und Trakai seinem Sohn Kestutis schenkte, erbaut dieser auch eine Burg auf der gegenüberliegenden Halbinsel (Halbinselburg), von der nur mehr ein Turm erhalten ist.
Zwar ist die Inselburg der eigentliche Anziehungspunkt, auch die Stadt Trakai ist von Interesse: Die Fläche der Altstadt beträgt 169 ha und ist eine von fünf Altstädten Litauens, die unter dem Schutz des Staates steht. Die Stadt ist durch ihre einzigartige geographische Lage und hölzerne Architektur sehenswert. Auf der nördlichen Seite der Stadt ist ein Viertel mit Holzhäusern erhalten geblieben. Es ist eines der wichtigsten historischen Elemente von Trakai mit Häusern der Karäer oder Karaimen, einer turksprachigen Volksgruppe aus dem Süden mosaischen Glaubens, die aber nur das Alte Testament, nicht aber den Talmut anerkennen. Diese jüdische Sekte entstand im 8. Jh. Sie kamen von der Türkei auf die Krim und siedelten dort bis zum 18.Jh. in den Bergen. Ende des 14. Jh. besiegte Vytautas die Krim und brachte 383 Karäer-Familien als Gefangene mit und siedelte sie unter anderem in Takai an, wo sie seine Burgmannschaft wurden. Heute leben noch rund 65 Karäer in Trakai, vor allem in Holzhäusern
Zurück geht's nach Vilnius an sattgrüner Landschaft und blauen Seen vorbei
Abends führt uns Irena noch in das Restaurant zum Bären in der Nähes des Rathausplatzes zu einem gepflegten Abendessen aus - für Wilhelm, Ingrid und mich mit einem köstlichen französischen Cidre!
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