Montag, 22. August 2016

22.8.2016 Kurische Nehrung - Nida (Nidden) - Klaipèda (Memel)

Wir fahren um 9h vom Hotel ab und besichtigen in Kaliningrad noch das Kant-Denkmal vor der Universität und anschließend den Otto Lasch Bunker, in dem General Otto Lasch nach der Erstürmung Königsbergs durch die Rote Armee am 9.4.1945 um 21h die Kapitulation unterschrieb. 

Wir fahren weiter auf die Kurische Nehrung, den 88km langen und zwischen 380 m und 3,8 km breiten Landstreifen zwischen Memel und Königsberg bzw. dem Kurischen Haff und der Ostsee. Auf der russischen Seite steht der Königswald mit besonders hohen (bis zu 50m hohen) Lebensbäumen oder Thuijen. Irina zeigt uns auch noch den "Tanzenden Wald
Der Grenzübergang nach Litauen bzw. in die EU gestaltet sich problemlos und beansprucht nur ca 3/4h. Hier empfängt uns die neue litauische Reiseleiterin Rasa Müller. Sie führt uns auf die Haffseite zur höchsten, 53m hohen Düne, zur Sonnenuhr und zeigt uns dann Nida, die ehemalige Künstlerkolonie Nidden.
Nida war ursprünglich, wie die ganze Kurische Nehrung, vom baltischen Volk der Kuren besiedelt. Erste urkundliche Erwähnung fand Nida 1385 in Dokumenten des Kreuzritterordens. Die ursprüngliche Lage des Ortes bis 1675 lag gut fünf Kilometer weiter südlich jenseits der Hohen Düne am Grabscher Haken.  Die Einwohner flohen im 17.Jh. vor der Pest und der Versandung. Die zweite Dorflage von Nidden befand sich von etwa 1675 bis in die 1730er Jahre direkt am Haffstrand. Der Name Nidden leitet sich ab von prußisch neid, nid, nida: fließen, auf- und abtauchen. Nidden lag an der Poststraße von Königsberg nach Memel. Heute ist Nida mit 1000 ständigen Einwohnern die größte Ortschaft der Kurischen Nehrung und Zentrum der Stadt Neringa, zu der alle Dörfer der Nehrung zusammengeschlossen wurden. Nida liegt 48 Kilometer von Klaipėda und vier Kilometer von der Grenze zur Russischen Föderation entfernt.
                      
                      
        
Wir besuchen das Haus von Thomas Mann mit seiner herrlichen Aussicht

                       
Interessant ist auch der Friedhof von Nida mit seine dicken, geschnitzten Brettern, die Kurengräber ohne Kreuz

Um 18:30 setzen wir mit der Fähre hinüber nach Klaipèda (deutsch Memel)? 
Klaipèda ist eine Hafenstadt in Litauen, bis 1920 die nördlichste Stadt Deutschlands. In der Zwischenkriegszeit war die Stadt Zentrum des Memellandes. Die vielseitige Vergangenheit – von der Zeit des Ordens über PolenPreußenSchwedenDeutschland, das Memelgebiet und die Sowjetunion – war und ist noch heute prägendes Merkmal dieses wichtigsten litauischen Ostseehafens. 
Bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs lebten in Memel überwiegend Deutsche, alle Straßennamen waren deutsch. Beim Einmarsch der Roten Armee befanden sich weniger als 50 Menschen in der Stadt. Aus dem Umland waren die meisten Einwohner geflohen, jedoch wurde im ehemaligen Memelgebiet - anders als im südlich angrenzenden Oblast Kaliningrad - die verbliebene protestantische Bevölkerung nicht durch die sowjetische Staatsmacht vertrieben. 1958, als sich erstmals Gelegenheit bot, zogen viele Deutsche weg. Heute ist Klaipèda ein Schwerpunkt der in Litauen verbliebenen russischen Minderheit. Die bei weitem größte Bevölkerungsgruppe bilden jedoch die aus dem übrigen Litauen zugewanderten katholischen Litauer, vor allem Žemaiten. 2008 hatte die Stadt 183.828 Einwohner, also mehr als zwischen den Weltkriegen das gesamte Memelgebiet.

Wir machen gleich nach unserer Ankunft noch eine Stadtrundfahrt: In der Altstadt Klaipėda sind zahlreiche restaurierte Fachwerkhäuser aus dem 17. bis 19. Jahrhundert erhalten. Das Wahrzeichen der Stadt ist der Simon-Dach-Brunnen auf dem Theaterplatz in der Altstadt mit einer Figur des aus einem Volkslied bekannten Ännchen von Tharau . Hierbei handelt es sich um eine Nachbildung, da das Original direkt nach dem Zweiten Weltkrieg abhanden gekommen war. Dichter Simon Dach (1605-1659) war zur Hochzeit von Anna Neander, die aus dem Dorf Tharau bei Königsberg stammte und mit 17 den Königsberger Dompfarrer heiratete, geladen. Er verliebte sich in sie und schrieb das Gedicht, das zum Volkslied wurde.

 
Der alte Speicher, heute mit einer ständigen Ausstellung experimenteller Kunst
    Das Fischerdenkmal 
              
Um 19:30h erreichen wir das Green Park Hotel





Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen