Montag, 29. August 2016

28.8.2016 Ausflug auf's Land in den Nationalpark Lahemaa mit interessanten Gutshöfen

Bei bisher schönstem Wetter - wolkenloser Himmel - aber nur 15 Grad fahren wir Richtung Osten auf der Straße nach Narva an der russischen Grenze. Wo diese Fernstraße M11 den Fluss Jōelähtme überquert, bieg unser Fahrer in eine Nebenfahrbahn ein und macht auf einen Fund aus der Bronzezeit aufmerksam. Steinkistengräber zeugen hier von einer Besiedlung von ungefähr 800 vCh. Die Gräber sind von Bruchsteinmauern umrandet und ihr Inneres mit Steinen gefüllt. Sie gehören zu den ältesten Funden im nordeuropäischen Waldgürtel.
                 

Lahemaa heißt 'Land der Buchten', der Nationalpark beginnt 40 km östlich von Tallinn und umfasst eine 649 km2 große Kultulandschaft zwischen der buchtenreichen Küste am Finnischen Meerbusen und der Fernstraße M11 von Tallinn nach Narva. 2/3 der Fläche sind bewaldet, 1/5 wird von Hochmooren bedeckt. Außerdem gibt es 14 Seen und zahlreiche Bäche und Flüsse. Die Bevölkerungsdichte ist 16 je km2 und nur 20% der Fläche sind landwirtschaftlich genutzt. 
Schon 1971 wurde das Gebiet von der Sowjetunion als zum Nationalpark erklärt und durfte bis 1989 nur mit Sondergenehmigung besucht werden. Teile des Parks sind auch heute absolute Schutzzonen  und stehen nur Forschern offen. Dank dieser Maßnahmen leben hier Braunbären, Luchse, Nerze und seltene Vögelarten wie Seeadler, Kraniche, Prachttaucher, Höckerschwan und Schwarzstsörche.

Unser erstes Ziel ist der Gutshof Palmse, der Familie von der Pahlen. Nur wenige Herrenhäuser der Feudalherren haben die Zeit der Sowjetherrschaft gut erhalten überstanden. Ausgerechnet einem gewitzten Kolchose-Vorsitzenden verdankt das Gut Palmse seinen guten Zustand: Unter dem Titel Mittel für den Zivilschutz zu benötigen, gelang es im aus Moskau über Jahre hohe Beträge locker zu machen und in die Restaurierung zu stecken. Hier soll es schon im 13. Jh. eine Siedlung geben haben, die der dänische König einem Zisterzienerkloster schenkte. Von 1674-1923 war Palmse im Besitz der deutsch-baltischen Familie von der Pahlen.
                     
Unsere Damen würden auch in diesem ungemütlichen Outfit eine gute Figur machen

     
Zum Gutshof gehörte neben einer stattlichen Anzahl von Wirtschaftsgebäuden und einem gepflegten Park, eine Schnapsbrennerei, ein Badehaus und ein Palmengarten 
                 

Nach einem kurzen Fotostopp am Gutshof Sagadi Manor fahren wir weiter ins Fischerdorf Altja

        
           
                                 


Unser nächstes Ziel ist das Dorf Käsmu in der nächsten, weiter westlich gelegenen Bucht mit einem schönen Campingplatz und guter Ferieninfrastruktur, sowie einem viel besuchten Kapitänsmuseum, das einige von uns besichtigen, während wir einen Strandspaziergang genießen 

                
Zwei ganz mutige Im Wasser bei 18 Grad Lufttemperatur
           
Am Weg zurück nach Tallinn besuchen wir noch das Gelände des Sängerfestes Lauluväljak mit der großen Bühne, auf dem alle 5 Jahre das estnische Liederfest mit bis zu 15.000 SängerInnen stattfindet. Das nächste am 28.-30. Juni 2019. 
  Um 19h dann das letzte gemeinsame Abendessen der Gruppe im Olde Hanse 
                
Mit unsere Reise ging auch das schöne Wetter im Baltikum zu Ende. Tag der Abreise 29.8., es regnet ausgiebig und anhaltend, aber in Wien erwarten uns noch heiße Sommertage.







































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