Donnerstag, 18. August 2016

18.8.2016 Vilnius - Infos und Führung

Vilnius (deutsch Wilna) ist die Hauptstadt Litauens. Mit 526.356 Einwohnern (2013) ist Vilnius die größte Stadt des Landes und flächenmäßig die größte Stadt des BaltikumsMit der 1579 gegründeten Universität ist Vilnius eine der ältesten Universitätsstädte Europas. 
Vilnius galt seit seiner Gründung als eine der liberalsten Städte Europas, die im Lauf ihrer Geschichte u. a. den verfolgten Juden aus Mitteleuropa und Russland Schutz bot. Als „Jerusalem des Nordens“ wurde Vilnius zum Zentrum der jüdischen Kultur und Aufklärung. Um 1900 stellten Litauer nur einen kleinen Teil der Bevölkerung (2 %), nach Juden (40 %), Polen (30 %) und Russen (20 %). Infolge des Zweiten Weltkrieges verlor die Stadt die Mehrheit ihrer Bewohner (Polen wurden vertrieben und Juden im Holocaust ermordet).  Sie wurde danach von Litauern und Russen praktisch neu besiedelt. Damit hat sich die soziale Struktur von Vilnius vollkommen verändert. Ab dem 16. Jahrhundert schufen italienische Baumeister zahlreiche barocke Bauwerke. Heute zählt die Altstadt von Vilnius zu den größten in Osteuropa und wurde zum UNESCO-Welterbe erklärt.Aufgrund der über 50 Kirchen der Stadt trägt Vilnius auch den Beinamen „Rom des Ostens“. 
Unser Rundgang heute beginnt im mittelalterlichen jüdischen Stadtviertel, in dem im 2. Weltkrieg das Kleine Getto angesiedelt war, in dem 11.000-12.000 Juden lebten. Es bestand bis 1941. In der Žydų-Straße (Judenstraße) stand die Große Synagoge (sie blieb nicht erhalten); darin konnten ca. 3000- 5000 Betende Platz finden. An der Stelle der Großen Synagoge wurde ein Kindergarten gebaut, nicht weit davon steht das Denkmal für Gaon von Wilna (einem jüdischen Gelehrten 1720-1797), genau an der Stelle, wo einst sein Haus stand. Schmale und krumme Gassen mit Querarkaden haben ihr damaliges Aussehen erhalten. Von der altertümlichen Architektur ist einiges erhalten geblieben, vor allem die Wohnhäuser in der Stiklių- und Gaono-Straße.
Unser nächstes Ziel war die Universität (1579), die aus dem 1569/70 gegründeten Jesuitenkolleg hervorging. Sie besteht aus 12 Innenhöfen und 13 Gebäuden und bildet mit heute 35.000 Studenten gleichsam eine Stadt in der Stadt. 
Von der 1570 gegründeten Universitätsbibliothek kommt man in den Sarbievius-Hof, in dem sich die durch beeindruckende Gewölbe und Deckenmalereien besonders sehenswerte Buchhandlung "Littera" befindet


Von dort gelangen wir in den Großen oder Skatga-Hof, benannt nach dem ersten Rektor der Universität. Dieser Platz ist an drei Seiten von Gebäuden aus dem 17. Jh. mit Arkadengängen umschlossen und an der vierten liegt die wunderschöne barocke Johanneskirche mit dem freistehenden - 68m hohen - Glockenturm


    Die Kirche hatte alleine im Presbyterium einmal 23 Altäre - hier links der 
           Hochaltar heute                   und rechts der Altar der Annakapelle
   
Diese Kirche war in der Sowjetzeit ein Papierlager! Aber wohin das Auge blickt Kirchen:
Das gotische Ensemble der Anna- und Bernhardinerkirche. Die Annakirche (links) gehört zu den schönsten spätgotischen Kirchenbauten Nordeuropas.

Weiter geht's zum Tor der Morgenröte (Ausros-Tor) mit dem Bildnis der Madonna in der Kapelle, 

über die russisch-orthodoxe Heiligengeistkirche,  zum Präsidentenpalast und weiter zum Kathedralenplatz mit dem freistehenden Glockenturm und der Burg im Hintergrund


Hinter dem Kathedralenplatz auf dem Burgberg: Der Gediminas-Turm, der einzige erhaltene Eckturm der Anlage der Oberen Burg VilniusDer Turm auf dem 142 m hohen Burgberg ist heute ein Wahrzeichen von Vilnius. Hier ist ein geschichtliches Museum untergebracht, das der Geschichte der Oberen Burg gewidmet ist, die 1323 von Großfürst Gediminas gebaut wurde.

             

Nach dem Mittagessen mit Ingrid und Herbert besuchen wir noch 

die Kasimirkirche, die erste frühe Barockkirche Litauens (1604-18 von Jesuiten erbaut) mit ihrer üppigen rot-weißen Stuckfassade, benannt nach dem Schutzheiligen Litauens.

Nach dem Besuch der 'Künstlerrepublik' und des Berhardinergartens geht's ins Hotel und anschließend zum gemeinsamen Abendessen nach Belmontas.




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